Zigarettenpause ohne Zigarette

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Image: Pause am Set, (c) 2019 JoeySL
Pause am Set (im Hintergrund: Photo by Phil Goodwin on Unsplash, bearbeitet)

Lieber Leser,

wenn (falls?) du das hier liest, fällt dir vielleicht auf, dass das nächste Kapitel meines Romans überfällig ist. Zumindest in der deutschen Fassung, denn die englische Version ist seit ein paar Tagen auf Joey’s Café online. Warum nicht hier? Das hat einen Grund, und den erzähle ich dir gleich, aber lass mich zuvor etwas ausholen.

Gestern las ich etwas bei Facebook (und dann muss es ja wohl stimmen, oder? Oder etwa nicht?), jedenfalls las ich da etwas von einer geschätzten Kollegin, das hätte mir ernsthaft die Schuhe ausgezogen, wenn ich nicht schon barfuß gewesen wäre. Ich habe mich ja daran gewöhnt, dass offenbar mittlerweile Konsens darüber herrscht, dass man als Autor alle drei Monate einen Roman rausgeben muss, wenn man im Geschäft bleiben will. Ich halte das persönlich für ausgemachten … das sag ich jetzt nicht öffentlich.

Ist aber auch gar nicht wichtig, denn offenbar ist das schon längst überholt, denn das Modell der Zukunft ist „ein Monat — ein Roman„. Sie hören richtig, Damen und Herren! In informierten Kreisen wird ernsthaft darüber diskutiert, denn „Ich kann schnell tippen, das ist zu machen.“ Wenn man jetzt mal über den Daumen peilt, dass so ein Roman nicht nur aus random getippten Buchstaben besteht, sondern aus Sinnzusammenhängen und womöglich einer Storyline … Von sprachlichen Feinheiten wollen wir gar nicht reden. Ich gehe im Übrigen davon aus, dass ein Team von Assistenten etwaige Recherche, Überarbeitung, Illustrationen und Marketing übernimmt.

Sorry, da komme ich mir vor, wie im falschen Film. Für mich bedeutet das Erdenken, Schreiben und Überarbeiten eines Romans irgendwie Arbeit, Schweiß und eine Menge Tränen. (Blut bisher nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.) Wozu noch zusätzlich Druck machen? Davon wird nichts besser, das Gegenteil scheint mir da schon plausibler. Und da kommen wir zum Grund, warum Kapitel 5 in der deutschen Fassung noch nicht online ist: Es ist noch nicht fertig.

Wie, wieso, warum? Wieso ist die Übersetzung fertig, aber nicht das Original? Weil mir das Übersetzen Spaß macht und das Überarbeiten gerade nicht. Pff, denkst du, pure Faulheit also? Mehr so etwas wie Überdruss. Denn die deutsche Fassung wird nicht gelesen. Im Unterschied dazu gibt es zu meiner unendlichen Verblüffung zwei mir völlig unbekannte Menschen, die meine englische Fassung regelmäßig lesen und liken. Was soll ich sagen? Das gibt mir ein gutes Gefühl!

Die deutsche Fassung liest dagegen keiner mit. (Ausnahmen bestätigen die Regel, der liebe Kollege Tobias Schindegger hat das erste Kapitel gelesen und sogar geliked UND kommentiert — das sind ja drei Dinge auf einmal! 🙂 ) Für mich allein brauche ich die deutsche Fassung aber nicht online zu stellen, denn ich habe sie im Kopf (und auf dem Rechner).

Und nachdem ich mir gestern die zuvor genannten Umstände so ein paar Stunden durch den Kopf gehen ließ, kam mir ein völlig revolutionärer Gedanke: Solange hier im Blog niemand mitliest, bleibt sie da auch — im Kopf. (Und jetzt weißt du auch, warum der Blog mindfull heißt.)

Die Crew von Worlds Rising: Rebellion, Zweigstelle D macht daher auf unbestimmte Zeit Pause. Keks?

Hasta luego!

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2 thoughts on “Zigarettenpause ohne Zigarette”

  1. Eyyyy, ich hab das auch gelesen:) Ich lesen der englische Version, also :))
    Aber nur die englische Version läuft für mich.
    Das mit ein Roman ein Monat, äh ja, gibts doch schon: Bianca Extra und ähnliche.
    Sozusagen Heftroman XXL. Macht es aber auch nicht besser:)
    Ideen haben die Leute …

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