2018-2019: Ein Übergang

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‚Transition‘ heißt das wohl auf englisch. Schönes Wort. Aber wer oder was geht da von wo nach wo über? Klar, der Kalender wird von einem Jahr zum nächsten umgeblättert. Alle müssen sich daran gewöhnen, nicht mehr die 18, sondern eben die 19 ans Datum anzuhängen. (So sie denn überhaupt noch mit der Hand schreiben. Der PC macht das ja üblicherweise schon von allein.) Davon abgesehen hat ja der Übergang von einem Jahr ins nächste auch für jeden und jede eine andere Bedeutung, womöglich sogar mehrere.

Geht ein Jahr zu Ende, oder fängt ein neues an? Wie ich diese Frage betrachte, sagt ja nicht nur viel über mich aus, sondern beeinflusst höchstwahrscheinlich auch meinen Umgang mit dieser ganz speziellen Übergangsphase (und darüber hinaus). Ein Fall von „halb-voll“ vs. „halb-leer“ in gewissem Sinn. Wahrscheinlich haben sich in den vergangenen Tagen, vielleicht Wochen, Millionen von Bloggern weltweit mit der Frage beschäftigt: Was poste ich zum Jahreswechsel? Und wahrscheinlich gehöre ich zu einer völlig verpeilten Minderheit, die heute erst damit anfängt, auch nur darüber nachzudenken. Ganz zu schweigen von einer irgendwie SEO-mäßig ausgetüftelten Form für diesen noch zu schaffenden ‚Content‘.

Allein, mir fiel nichts ein.

An und für sich schon ein alarmierendes Symptom für eine Autorin. Und hätte mich wahrscheinlich auch in echte Verzweiflung getrieben, wenn ich auch sonst nix geschrieben hätte in der letzten Zeit, aber das Gegenteil ist zum Glück der Fall. Tatsache ist, dass ich viel geschrieben habe im vergangenen Jahr und mächtig Spaß dabei hatte (habe). Warum also fällt mir nichts ein, was ich bloggen könnte? Warum bin ich überhaupt so maulfaul in den sogenannten sozialen Medien? Warum hebe ich nur alle Quartalsenden mal den Finger bei FB? Warum liegt mein Twitter-Account brach? Warum habe ich google+ praktisch dran gegeben?

Weil mir nix einfällt. Sag ich doch.

Vorhin, beim Lesen eines Blogposts zum Thema Jahresübergang von Thomas Michalski, wurde mir erst klar, wo mich überhaupt der Schuh drückt. Michalski tat sich — falls ich das so richtig verstehe — schwer mit der Fülle an Protestpostings („Nörgelei“) gegen so ziemlich alles in den sozialen Medien, speziell in der zurückliegenden Weihnachtszeit. Vielleicht bleibt ihm die auch besonders im Gedächtnis, weil gerade erst geschehen. So oder so klingelte es da bei mir: Mir fällt bei FB & Co. immer nix ein, weil alles, das ich gut finde, und alles, das ich blöd finde, schon in meine Romane und Kurzgeschichten fließt! Ist alles längst aufgeschrieben, und was ich darüber hinaus noch rausblubbern wollen würde — erscheint mir überflüssig, bevor ich überhaupt auf ‚Senden‘ drücken kann. Also lösche ich den Mist und setze mich wieder an meine Projekte.

Sorry also, wenn ich irgendwelche Erwartungen von PR-Profis nicht erfüllen kann. Das bin ich nicht und werde ich in diesem Leben auch nicht mehr. Und damit finde ich mich jetzt einfach ab. Ich schreibe viel, ich arbeite richtig hart daran und was dabei rauskommt, steht für sich selbst. Und wenn dir das dann gefällt — hurra! Darfst du gerne weitersagen, denn ich bin schon wieder damit beschäftigt mit einem anderen Manuskript. Ob also 2018 ein gutes Jahr war und ob 2019 ein gutes wird, siehst du dann daran, was es demnächst von mir zwischen zwei Buchdeckeln zu lesen gibt. In diesem Sinne:

Ich beschließe das Jahr einfach mit der Hoffnung, dass 2019 nun ein unbeschriebenes Blatt ist.

— Thomas Michalski in seinem Rückblick auf 2018

How auch ever, du merkst schon, mein ganz persönlicher Übergang war kein trockener, sonst käme ich vielleicht heute nicht schon quasi am frühen Morgen auf so bedeutungsschwangere Fragestellungen. 2019 oder nicht 2019, das ist nicht die Frage. Die ist geklärt. Und so bleibt mir nur aus vollem Hals zu rufen:

Ein Frohes Neues Jahr!

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4 thoughts on “2018-2019: Ein Übergang”

  1. Nuja, Transition gibt es auch im Deutschen, so vom Lateinischen her. 🙂
    Das nur mal so nebenbei.

    Und irgendwie gefällt mir der Tenor des Artikels nicht so ganz.
    Das liest sich ein wenig fatalistisch:
    „Ist alles längst aufgeschrieben, und was ich darüber hinaus noch rausblubbern wollen würde — erscheint mir überflüssig …“

    Ja, wieso eigentlich?
    Papier, auch so ein olles virtuelles Blogpapier, ist geduldig.
    Und ein Hinweis wie: Da, dahinten, da habe ich schon alles und erschöpfend zum Thema verfasst … ist irgendwie nicht zielführend.

    Für mich ist der Sinn des Bloggens nicht Content oder PR oder Geld verdienen, sondern eben genau das was mir gerade hier und jetzt irgendwie entweder auf der Seele liegt, das Blut zum kochen bringt, oder etwas das ich ganz toll finde, oder was ich gerade herausgefunden habe und mir denke, das muß ich der Welt mitteilen, sonst platze ich.
    Sowas halt.
    Sicherlich sind viele Dinge, die ich so vormichhinblogge der Welt schon hinlänglich bekannt und schon tausendfältig ausdiskutiert.
    Aber doch von mir noch nicht und wenn ich meine Gedanken dazu kundtue, dann tue ich das.
    Weil ich es kann! Und weil ich es will.
    Das muß niemandem gefallen, noch muß das wer lesen, aber mein inneres Bedürfnis etwas zu einem Thema zu schreiben ist damit ersteinmal gestillt und das ist doch was Bloggen ausmacht.

    Andererseits sind neun Achtel meines Kommentars obsolet, eingedenk der Tatsache, daß dein Post nach einer durchzechten Nacht entstanden ist:)
    Frohes Neues!

    1. Tja, nun jaaaa …

      || Andererseits sind neun Achtel meines Kommentars obsolet, eingedenk der Tatsache, daß dein Post nach einer durchzechten Nacht entstanden ist:)

      Ich werde das hier an dieser Stelle weder dementieren noch bestätigen. Nur so viel: Ich war in sehr angenehmer Gesellschaft 🙂

      Außerdem ist das hier ein Autorenblog, quasi mein Schaufenster, da ist es bei Todesstrafe verboten, irgendwie negativ rüber zu kommen, hab ich mir sagen lassen.

      || Und ein Hinweis wie: Da, dahinten, da habe ich schon alles und erschöpfend zum Thema verfasst … ist irgendwie nicht zielführend.

      Touché. Andererseits ist das Echo auf meine diversen tatsächlich abgesendeten Postings so unterwältigend, dass es eigentlich nicht wirklich auffällt, nehm ich an. Weißt du welcher meiner Posts bei FB am meisten (= 14mal) geliked wurde?:

      „Vertipper des Tages:
      „Sein Pils raste.“
      Gib Gummi, Alter — Prost!“

      Ansonsten sind so 1-3 Likes drin. Meinen Halloween-Shorty haben neben Karima 0 bis 2 Leute geliked. Soviel mal zum allgemeinen Kontext.

      Also — fatalistisch? Wär möglich 😉

      Trotzdem, die Devise für den 2. Januar 2019 lautet: Schiet drupp und weiter geht’s 🙂

      Frohes Neues!

      1. Dann poste die Sachen doch hier, und verteile den Link zum Post.
        FB ist sowas von out, nur Gruppen und Grüppchen mit speziellen Interessen nutzen das.

        Ja Autorenblog, Schaufenster … lalalala
        Da darf man nicht negativ rüberkommen? Wer sagt denn sowas?
        Die 25 besten Blogger Regeln um erfolgreich zu bloggen?
        Die hat sich irgend so ein Kasper mal ausgedacht, könnte ich auch.
        Kann jeder.

        Wichtiger ist aber eigentlich, Posts auch zu schreiben, ohne dabei auf Regeln zu achten.
        Wenn es sein muß, auch zum Thema des Blogs. 🙂
        Am besten was über Katzen, Katzen gehen immer!
        Oder Unboxing, lol.
        Oder einfach nur so Gedanken zu einem Thema.
        Ein Blog ist halt dazu da mit Inhalt gefüllt zu werden, denk ich mir so …

        Egal, hau 2019 in die Tasten, bis die Fingerspitzen glühen 🙂

        1. || Dann poste die Sachen doch hier, und verteile den Link zum Post.

          Gute Idee, da hätte ich auch selbst drauf kommen können 😀

          || Egal, hau 2019 in die Tasten, bis die Fingerspitzen glühen

          Wird gemacht 🙂

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